Dill

Kurzbeschreibung von Dill

Botanische Bezeichnung: Anethum graveolens
Steckbrief: Auf guten Böden wächst der Dill mit seinen hohlen aber dennoch sehr kräftigen Stängeln schon mal um die 120 Zentimeter hoch. Aus der Gattung der Doldenblütler stammend ist Dill ein einjähriges Kraut und gut erkennbar an seinen kleinen, gelbweißen Blüten. Am kräftigsten gedeiht er, wenn die Pflanzen in den sonnigen, zur Not auch halbschattigen Bereichen des Gartens angebaut werden. Dann darf auch vom Juni bis in den September hinein fleißig geerntet werden. Verwenden lassen sich die jungen und zarten Blätter und Blüten, wie auch später im Herbst, die bräunlichen Samen nach ihrer Reife, denn sie eignen sich ausgezeichnet als Pflanzendroge. Man kann es tun, aber Dill wächst im Topf eher zögerlich und sollte daher besser im Freiland, vielleicht in guter Nachbarschaft zu Gurken kultiviert werden, denn mithilfe seiner extrem lang verzweigten Wurzeln hält er die Gartenerde zuverlässig feucht.

Der Dill im Überblick

Volksnamen:Gurkenkraut, Kappenkraut, Hochkraut, Dillfenchel, Blähekraut, Kapernkraut, Gurkenkümmel
Drogenname:Anethi fructus
Pflanzenart - Höhe:Doldengewächs (Apiaceae), einjährig. 100 cm
Boden und Standort:die meisten Böden, volle Sonne
Aussaat:Frühjahr ins Freiland
Blütezeit:Sommermitte, Juli bis August
Sammelzeit:Blätter im Sommer, Samen kurz vor dem Abfallen
verwendete Teile:Blätter und Samen
Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Gerbstoff, Harz, Schleim, Vitamin C, Mineralstoffe, Amin, fettes Öl und Protein
Eigenschaften:appetitanregend, magenstärkend, blähungshemmend, milchvermehrend, schlaffördernd, verdauungsfördernd, krampflösend
Bezugsquelle:Sperli Kräuter Dill "Goldkrone"

Aber was ist drin im Dill, was schätzen wir an seinen Eigenschaften ganz besonders? Zunächst enthalten die Dillfrüchte einmal zwischen 2,5 und 4 Prozent ätherische Öle, dazu kommen um die 50 Prozent Carvon. Das Dillkraut besteht dann noch einmal aus 0,5 bis 1 Prozent ätherischem Öl. Zu uns nach Mitteleuropa kam der Dill ungefähr im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung aus dem zentralasiatischen Raum. Die Gladiatoren aus dem antiken Raum – das hat man aus Überlieferungen herausgefunden – rieben sich vor ihren Kämpfen mit dem Dillöl ein, von dem man sich eine wundheilende Wirkung und ganz besondere Stärke versprach. Auch zu den Speisen der Kämpfer wurde bewusst viel Dill gegeben. Ganz anders nutzte man den Dill während des Mittelalters. Die Benediktinerin Hildegard von Bingen schätzte das Kraut besonders als Antiaphrodisiakum, denn vom Dill versprach sie sich eine potenzmindernde Wirkung. An eine alte Zauberformel verknüpft, soll die junge Braut am Tag der Hochzeit einen Strauß mit Dill und Senfkraut halten und dabei möglichst heimlich den Satz aussprechen: „Ich habe Senf und Dill, mein Mann muss tun, was ich will.“ Danach sollte sie in ihrer Ehe stets das Sagen haben. Ein Sträußchen mit Dill wurde im Mittelalter auch gerne oberhalb der Haustür aufgehangen – als Schutzmittel gegen allerlei bösen Zauber und schlechte Energien.

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In unserer heutigen gutbürgerlichen Küche benutzen wir den Dill zu beinahe allen Fischgerichten, wie beispielsweise für den traditionellen, schwedischen Gravlax, der hierzulande in den Feinkostgeschäften unter dem Namen Graved Lachs erhältlich ist.

Gravlax in Honig-Dill-Soße

Nach dem Säubern, Entschuppen und Entgräten wird der Lachs so aufgeklappt, dass die beiden Seiten des Filets nach oben zeigen. Danach werden Zucker und Salz auf dem Fisch verteilt, zum Schluss kommt der frische, klein gehackte Dill dazu. Jetzt wird der Lachs zugeklappt, kommt im verschlossen Plastikbeutel in eine flache Schüssel, die dann 24 bis 36 Stunden an einem kühlen Ort gelagert wird. Anschließend wird der Fisch gewendet und für die gleiche Zeit am selben Ort gelagert, ehe die Beize abgegossen und der Lachs getrocknet wird. Vor dem Servieren wird der Fisch in hauchdünne Scheiben geschnitten und mit der Honig-Dill-Soße übergossen.

Zutaten für den Fisch:

  • 1 kg Lachsfilet
  • 3 Esslöffel Meersalz
  • 2 Esslöffel brauner Zucker und
  • 1 Bund mit Dill

Zutaten für die Soße (pro Person):

  • 2 bis 4 Esslöffel süßer Senf
  • 2 bis 4 Esslöffel Honig
  • 1 Bund Dill sowie
  • 2 bis 4 Esslöffel Zitronensaft
Gravlax in Honig-Dill-Soße: Schmeckt unglaublich gut, dauert aber auch unglaublich lange!