Borretsch

Kurzbeschreibung von Borretsch

Botanische Bezeichnung: Borago officinalis

Steckbrief: Die meisten bekannten Kräuter besitzen einen unverkennbaren und typischen Geschmack, doch den Borretsch würden die Meisten mit verbundenen Augen für ein Gemüse halten. Borretsch, auch als Gurkenkraut bekannt, besitzt einen sehr ausgeprägten Geschmack, der dem der grünen Gurke unverwechselbar ähnlich ist. Er gehört zur Gattung der Raubblattgewächse, kann bis zu 80 Zentimeter hoch wachsen, besitzt einen ungewöhnlich saftigen Stängel sowie blaue sternförmige Blüten, die sogar essbar sind. Die gesamte Borretschpflanze ist rau behaart, sodass lediglich die jungen Blätter verwendet werden sollten. Als sogenannte Dunkelkeimer lieben sie zwar einen sonnigen Platz, aber die Samen sollten immer gut mit Erde bedeckt werden. Borretsch lässt sich gut in Töpfen aufziehen, bei einer Aussaat auf dem Freiland dürfen die Pflanzen nicht zu eng beieinanderstehen, da sie sehr empfänglich für den Mehltaubefall sind.

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Der Borretsch im Überblick

Volksnamen:Augenzier, Blaustern, Gartenkraut, Kurkenkraut, Königskraut, Bienenfutter, Herzfreund, Liebäuglein, Schöne Italienerin, Wohlgemut
Pflanzenart - Höhe:Raublattgewächs (Boraginaceae), einjährig, 45 bis 90 cm
Boden und Standort:jeder normale Boden, Sonne
Aussaat:Freilandaussaat von März bis Juni
Blütezeit:Juni bis August
Sammelzeit:Anfang bis Ende der Blütezeit
Verwendete Teile:das gesamte blühende Kraut
Inhaltsstoffe:Schleim, Stärke, Gerbstoffe, ätherisches Öl, Saponin,, Asparagin, Kieselsäure, Harze, Vitamin C, Pyrrolizidin-Alkaloide
Eigenschaften:herzstärkend, reizmildernd, harntreibend, schleimlösend, blutreinigend, kühlend, belebend, fiebersenkend, nervenstärkend
Bezugsquelle:Sperli Borretsch

Borretsch benötig nur eine geringe Menge Wasser im Garten und wächst am besten auf kalkhaltigen und nährstoffreichen Böden. Die Pflanzen enthalten nur eine äußerst geringe Menge an ätherischen Ölen, dafür aber Schleim- und Gerbstoffe, Mineralsalz, Kieselsäure sowie Pyrrolizidinalkaloide – Letztere mit Leber schädigender Wirkung, was dann schließlich auch gegen einen regelmäßigen Verzehr von Borretsch in größeren Mengen spricht. Seine Blüten und Samen sind dagegen völlig unbedenklich, da diese Pflanzenbestandteile alkaloidfrei sind.

Borretsch hat die Eigenschaft vergleichsweise schnell zu welken. Daher sollte er gleich unmittelbar nach dem Pflücken weiterverwendet bzw. verzehrt werden. Man kennt ihn mit seinen sehr schönen sternförmigen, blauen Blüten auch als optisch sehr attraktive Pflanze mit der Fähigkeit, „leichte Herzen“ zu machen und „Fröhlichkeit zu bringen“ – das jedenfalls vermittelt ein Lehrgedicht aus der antiken medizinischen Schule von Salerno. Woher allerdings der Name „Borretsch“ nun wirklich seinen Ursprung hat, lässt sich heute nicht genau sagen. Eventuell ist er vom lateinischen Namen „bora“ abgeleitet, was so viel wie „ein Gewebe aus Wolle“ heißt und sich auf die haarigen Blätter und Stängel der Pflanze bezieht.

Wegen der enthaltenen Gerbstoffe, seinem hohen Anteil löslicher Kieselsäure sowie der vielen Schleimstoffe wird der Borretsch im Bereich der Naturmedizin gegen Hautekzeme, Gicht sowie bei Entzündungen der Atemwege eingesetzt. Die medizinische Wirkung ist allerdings nicht eindeutig belegbar. Borretschöl, das aus den Blüten und Samen gewonnen wird, findet sich schließlich auch in Mitteln, die bei Neurodermitis Verwindung finden.

Darüber hinaus gehört Borretsch in die berühmte „Grüne Soße“, die zu Gründonnerstag in Hessen auf den Tisch kommt und mindestens aus sieben weiteren frischen Küchenkräutern besteht. Je nach Region und persönlichem Geschmack werden diesem Erfolgsrezept auch noch eine Reihe anderer Kräuter beigefügt. Entsprechend alter Überlieferung reicht man die traditionelle Grüne Soße kalt zu Pellkartoffeln. Sie schmeckt darüber hinaus ausgezeichnet zu verschiedenen Fleisch- und Fischgerichten. Hier in Kurzform das Rezept zum Nachkochen und Genießen:

Borretsch gekocht im aragonesischen Stil mit Knoblauch und Kartoffeln.

Zutaten an Kräutern: Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Sauerampfer, Pimpinelle, Borretsch und Kresse;

  • 4 hart gekochte Eier
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Esslöffel Öl
  • 1/4 Liter saure Sahne
  • 150 Gramm Joghurt
  • Zucker, Salz und ein wenig Pfeffer, Essig

Insgesamt sollten ungefähr 300 Gramm frische Kräuter mit etwa gleichen Anteilen zur Verfügung stehen, die zusammen mit der Zwiebel zunächst klein gehackt und in eine Schüssel gegeben werden. Anschließend wir alles mit Essig, saurer Sahne, Joghurt und dem Öl verrührt. Nachdem mit Pfeffer und Salz gewürzt ist, kommt die Grüne Soße für ungefähr eine Stunde an einen kühlen Ort. Zum Schluss müssen nur noch die zuvor grob gehackten Eier untergerührt werden, dann alles nochmals eine Viertelstunde ziehen lassen und mit den inzwischen gar gekochten Kartoffeln genießen.

Borretsch Blüten von  Hans Bernhard (Schnobby) – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Grüne Soße von XufancEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link