Anis

Kurzbeschreibung von Anis

Botanische Bezeichnung: Pimpinella anisum

Steckbrief: Zur Familie der Doldenblütler gehörend fällt der Anis insbesondere durch einen sehr charakteristischen würzig-aromatischen Duft auf. Er wächst zwischen 40 und 60 Zentimeter hoch und kommt mit seinen fein gefiederten Blättern und den kleinen weißen Blüten eher zart daher. Anis zählt zu den einjährigen Duftkräutern und lässt sich unproblematisch im Topf auf der Fensterbank ziehen. Im Gartenboden darf es dagegen etwas humusreicher sein, wobei der Standort besser regelmäßig und im Jahreszyklus gewechselt wird. Anispflanzen mögen die Sonne und verzeihen selbst, wenn mal nicht so pünktlich gegossen wird. Von seiner Verwendung her betrachtet, ist Anis eine Arzneidroge, bei der ab September die bräunlichen Spaltfrüchte geerntet werden können. Die Früchte der Anispflanzen hält man fälschlicherweise oft für die Samen, die allerdings schon Mitte August, also rund sechs Wochen nach der Blüte abgenommen werden müssten, während die eigentlichen Dolden bis in den Oktober hinein geerntet werden.

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Der Anis im Überblick

Volksnamen:Römischer Fenchel, Süßer Kümmel, Brotsamen, Kleiner Anis
Botanischer und Drogenname:Pimpinella anisum / Anisi fructus
Pflanzenart und Höhe:Doldengewächse (Apiaceae), einjährig, 45 cm
Boden und Standort:leicht und nährstoffreich, Sonne
Aussaat :April oder Mai durch Samen, direkt am Standort
Blütezeit:Juli bis August
Sammelzeit:Herbst, wenn die Körner gut und reif sind
Verwendete Teile:Früchte
Inhaltsstoffe:6 % ätherisches Öl, Anethol, Eiweiß, Fett und Cumarine
gesundheitliche Eigenschaften:schleimlösend, milchbildend, blähungswidrig
Bezugsquelle:Anis-Duftnessel 'Purple Haze' ®

An ätherischen Ölen enthält eine Anispflanze zwischen drei bis sechs Prozent (Hauptbestandteil: trans-Anethol). Ursprünglich stammt Anis aus dem östlichen Mittelmeerraum, man vermutet Griechenland als Heimatland. Heutzutage ist hierzulande vorrangig das chinesische Sternanis im Angebot, das auch bei der Produktion der bekannten Anisschnäpse (Raki, Anisette oder der Ouzo) verwendet wird. Wer dann allerdings den echten, weil erheblich besseren Anis vorzieht, kann sich seinen eigenen Anislikör auch ganz einfach selbst herstellen und das geht so:

Anislikör zum Selbermachen

Ungefähr zwei Teelöffel der Anisfrüchte werden zunächst in einem Mörser möglichst fein zerstoßen und anschließend mit 250 ml heißem Wasser übergossen. Nach der erfolgten Abkühlung wird dieses Gemisch mit einem halben Liter Doppelkorn übergossen, ehe Sie die Flüssigkeit für eine Woche an einem etwas wärmeren Ort der Wohnung und gut verschlossen ziehen lassen. Später werden zusammen 250 Gramm Zucker mit einem viertel Liter Wasser aufgekocht und nach dem Abkühlen mit dem vorher hergestellten Anisauszug vermischt. Am Ende muss die gesamte Mixtur noch mal gefiltert und einige Tage stehen gelassen werden, ehe sie das erste Gläschen genießen können, das die Verdauung vor und nach dem Essen nicht unbeträchtlich fördern wird.

Anis in Form der Fruchtdroge (Anisi fructus)

Der Einsatz von Anis bei der Nahrungszubereitung hat eine sehr lange Tradition und lässt sich bis zurück in das 2. Jahrtausend vor der Zeitrechnung zurückverfolgen. Bereits die griechische Antike berichtet davon, das man damals schon diese Pflanze für die Zubereitung von Anisbroten genutzt hat. In alten Überlieferungen aus dem nordeuropäischen Raum ist die Rede von der auch heute oft gebräuchlichen aphrodisierenden Wirkung von Anis, beispielsweise in den verschiedensten Getränken. In der Gegenwart schätzen wir dieses Gewürz vor allem wegen seiner Wirkung bei Bauchkrämpfen oder auch Blähungen – hier bringt ein heiß getrunkener Anistee eine schnelle Linderung der Beschwerden, auch und besonders in Verbindung mit Fenchel bzw. Kamille.

Anisfrüchte von David MonniauxEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link