Garten im Winter,  Gärtnern nach Jahreszeiten

Speiseplan fürs winterliche Vogelhaus

Beliebte Kost, die bei den gefiederten Gästen im Garten am besten ankommt, sind in erster Linie Sämereien, Getreidekörner, Sonnenblumenkerne und Erdnussstückchen. Was aber im Winter noch viel wichtiger ist, wäre Fett, das besonders bei Minusgraden für die Tiere überlebenswichtig ist. Immerhin verlieren kleinere Vögel, wie beispielsweise die Kohlmeisen in einer kalten Winternacht schon mal bis zu 13 Prozent ihres Körpergewichts, sodass sie morgens Energie tanken müssen, um die Kälte in den Folgetagen überhaupt überstehen zu können.

Der Standort fürs Vogelhaus

Ebenso wichtig ist ein für die Vögel geeigneter Platz, mit einem wenigstens zehn Meter großen Sicherheitsabstand zum nächstgelegenen Haus. Der dient keinesfalls dazu, das Haus vor Beschädigungen zu schützen, sondern verhindert bei einem allzu beherzten Anflug die Verletzungsgefahr für die Vögel erheblich. Es ist allerdings auch nicht selten, dass sich ein Vogel verfliegt und, besonders wenn er etwas gewichtiger ist, eine Fensterscheibe zum Bersten bringt. Um solche folgenschweren Kollisionen zu vermeiden, hilft es, wenn Fensterscheiben im Anflugbereich mit farbigen Aufklebern oder winterlichen Dekorationen entschärft werden, die von den Tieren rechtzeitig vor einem möglichen Crash erkennbar sind.

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Anforderungen an die Futterstelle für Vögel

  • Das Vogelhaus wie auch jede andere Futterstelle sollte für die Vögel von allen Seiten her gut einsehbar sein, damit Raubvögel, Katzen und andere potenzielle Feinde bereits aus weiter Entfernung erkannt werden können.
  • Als Zufluchtsort und Deckungsmöglichkeit vor Feinden können den Vögeln dornige und Früchte tragende Gehölze helfen. Von daher bietet sich eine Wildrosen-, Weißdorn- oder Schlehenhecke in der Nähe als geschützter Standplatz (zwei bis fünf Meter entfernt) für ein Vogelhaus ganz besonders an.
  • Soll ein Vogelhaus frei im Gelände aufgestellt werden, befestigt man es idealerweise an einem glatten Rohr aus Metall oder Kunststoff, das wenigstens 150 cm aus dem Erdboden ragt. Manschetten, wie auch etwas stabilere Zweige von Rosen-, Schlehen- oder anderen Heckenpflanzen helfen zusätzlich, Räuber, die den Vögeln gefährlich werden könnten, auf Distanz zu halten.
  • Vogelhäuser, die hängend montiert werden, platzieren Sie möglichst so, dass sie nicht zu stark am Ast schwanken und darüber hinaus gut befüllbar sind.
Futter für das Vogelhaus
Ab und an sollte die Sorte beim Vogelfutter auch mal gewechselt werden. Mit der Zeit bekommt man allerdings schon mit, welches Futter die gefiederten Gäste am Liebsten mögen.

Leckere Kost, die Vögel mögen

Von wegen „der Hunger treibt’s rein“: Vögel habe durchaus einen sensiblen Geschmack und sind längst keine Allesfresser, die sich so einfach mit irgendwelchen Küchenabfällen oder Ähnlichem ins Vogelhaus locken lassen. Sehr beliebt sind die folgenden Futtervarianten:

  • Fertige Samenmischungen: Bitte darauf achten, dass diese industriell hergestellten Futtermittel keine abfallartigen Füllstoffe enthalten und frei von Schimmelpilzen bzw. Ambrosiasamen sind.
  • Sortenreine Sämereien: Hier sind hauptsächlich hohe Anteile an Kohlenhydraten gefragt. Die geschmacklichen Vorlieben der Vögel kann man relativ einfach testen, indem tageweise abwechselnd mit Mais, Sonnenblumenkernen, Erdnussstücken, Hirse oder Getreidekörnern gefüttert wird. Gute Erfolge stellen sich in der Regel auch mit überzähligen Sämereien ein, die wohl jeder Gärtner irgendwo rumzuliegen hat. Auch hier gilt: beim Kauf immer auf hochwertige Erzeugnisse zu achten und wenn möglich, regional hergestellte Ware auszuwählen.
  • Lebenswichtige Fettnahrung: Besonders in den Wochen der Winterfütterung spielt das fetthaltige Vogelfutter eine sehr wichtige Rolle. Besser es wird selber hergestellt oder zumindest als wirklich hochwertiges Biofutter gekauft. Viele Meisenknödel, die im Handel angeboten werden, enthalten als Füllstoffe größere Mengen an minderwertiger Weizenkleie, die nichts anderes als ein Abfallprodukt aus der Lebensmittelindustrie ist.
  • Futter in Kunststoffnetzen: Die immer gern genutzten Plastiknetze um die Knödel werden am besten entfernt und in einem Drahtkörbchen aufgehangen. Damit ist die Unfallgefahr für die Vögel, sich im Nylonnetz zu verheddern, wesentlich geringer.

Ganz besonders willkommen, hauptsächlich bei Spechten, Spatzen, wie auch Meisen oder Kleibern sind in Fett getauchte Zapfen oder größer Borkenstämme, die nach dem Erwärmen mit Futter (Kernen) bestreut wurden.

Als besonders edle Leckerbissen empfinden viele der überwinternden Vögel beinahe jede Art getrockneter Früchte, mögen aber ebenso gerne Mehlwürmer und andere Insekten. Amseln stehen dagegen auf Weintrauben und verzehren an wärmeren Tagen auch liebend gerne einen halbierten Apfel.

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