Neue Pflanzen für den Beerenobstgarten
Garten im Herbst,  Gärtnern nach Jahreszeiten

Herbst – höchste Pflanzzeit für Obstbäume

Das Wetter scheint auch in diesem Jahr mitzuspielen, nach den ersten Herbstfrösten gehen die Temperaturen wieder in den zweistelligen Bereich, sodass die Pflanzzeit für Obstbäume und -Sträucher wohl noch längst nicht abgeschlossen ist. Anhand einer um die 40 Quadratmeter großen Fläche möchten wir in unserem heutigen Beitrag einige Anregungen dazu geben, wie Ihr Euch mit relativ geringem Arbeitsaufwand einen einfach zu bewirtschaftenden Beerenobstgarten anlegen könnt.

Erstversuch mit Kaki, Traubenkiwi & Co.

Ein Beerenobstgärtchen für „Faule“ könnte man sagen, das sich allerdings vorzüglich dazu eignet, als Naschobstquelle für die gesamte Familie zu werden, in der ja bekanntlich mehrere unterschiedliche Geschmacksrichtungen die Regel sind. Auf ca. 30 Quadratmeter einer zwei Jahre alten Rasenfläche, die zugegeben bislang einen etwas kahlen und verwahrlosten Eindruck machte, wurde im Oktober eine kunterbunte Mischung der verschiedensten Beerenobstgewächse in die Erde gebracht, nachdem Ende September bereits zwei neue Apfelbäume gepflanzt worden sind. Erstmals fiel die Entscheidung zugunsten einiger Exoten, mit denen hierzulande noch keine großen Erfahrungen gemacht worden sind. Wie der Stand der Dinge nach dem erfolgreichen Anwachsen später im Frühjahr sein wird, darauf sind wir sehr gespannt und selbstverständlich wird an dieser Stelle auch ausführlich darüber berichtet werden.

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Bei den „Neuen“ handelt es sich um die folgenden Sorten:

  • Amerikanische Kakibeere „Prairie“, Kakihybride “Nikita“ und Kaki „Early“;
  • Erstbeere „Blue Pagoda“, „Blue Moon“ und „Blue Sea“;
  • Maulbeere „Mojo Berry“, „Illinois“ und „Mulle“;
  • Traubenkiwi „Maskulino“ und „Kens Red“;
  • Brombeere „Navaho Big and early“ und „Navaho Big easy“;
  • Sakatoonbeere „Saska Blue“;

Alle Pflanzen wurden im Container geliefert und sind meine letzte Bestellung bei Lubera gewesen, da meine Tätigkeit dort inzwischen beendet ist. Über die Besonderheiten dieser Sorten wird es in den kommenden Tagen noch ausführliche Beschreibungen im Lexikon des „Beerenobstgartens“ geben.

Herbstpflanzung von Beerenobst

Wenn man die Pflanzzeit für Obstbäume in den Spätherbst verlegt, gibt es bei den Bäumen ab Oktober zwei Besonderheiten zu beachten, die wesentlich zum erfolgreichen Anwachsen der Gehölze beitragen:

1. Bei Bäumen, die als Containerpflanzen geliefert werden, müssen vor dem Einsetzen die Wurzelballen möglichst vollständig von allen anhaftenden Erdresten befreit werden.

2. Selbst wenn es schwerfällt, sollen nach erfolgreicher Pflanzung sowohl bei den traditionellen Obstbaumarten als auch bei den mediterranen Gehölzen, wie den Kakis, sämtliche Blätter entfernt werden. Damit wird ermöglicht, dass die Bäumchen und Sträucher ihre noch vorhandenen Kraftreserven vollständig in die Stabilisierung der Wurzeln stecken und keine Energie mehr in die Blätter verloren gehen kann. Das mit der totalen Entlaubung der Bäumchen klingt sicherlich rabiat, wirkt im ohnehin tristen Herbst auch optisch nicht besonders eindrucksvoll, richtet aber dennoch keinerlei bleibende Schäden bei den Pflanzen selbst an.

Beerenobst auf dem Rasen
Geschafft. Die ersten 9 Sträucher und Bäumchen haben festen Halt zwischen den Wurzeln in der noch angenehm warmen Herbsterde.

Darüber hinaus gibt es gerade bezüglich der Pflanzzeit für Obstbäume im Herbst von den meisten Baumschulen und Pflanzenversendern noch weitere Hinweise, wie die Empfehlung, dass der Wurzelballen der Gehölze vor dem Einsetzen in die Erde 24 Stunden vorher in ein Gefäß mit nicht zu kaltem Wasser gestellt werden soll.

Standort und Boden bei der Herbstpflanzung

Bei den o. g. Bäumen und Sträuchern hat auf alle Fälle ein sonniger, aber wiederum nicht zu überhitzter sowie einigermaßen windgeschützter Standort absolute Priorität. Winterhart sind sie allesamt, wobei zur Sicherheit bei stärkerer Frostgefahr einige Säcke mit Stroh bereitliegen, das bei Bedarf zur Abdeckung des Wurzelbereichs verwendet werden kann. Die Erde im Rasenbereich und auf dem extra angelegten ca. 12 Quadratmeter großen Beet im Garten ist bis auf 60 bis 70 Zentimeter Tiefe locker und humos und besteht zum überwiegenden Teil aus frischem Mutterboden. Weiter abwärts wird es allerdings lehmig. Daher wurde als Untergrund in die Pflanzlöcher zunächst eine zehn Zentimeter dicke Drainageschicht aus grobem Kies angelegt, wodurch das Regenwasser sich nicht über längere Zeit im Wurzelbereich festsetzen kann.

Erstversuch mit zwei Traubenkiwi, einer Saskatoonbeere und für zwei Brombeeren war auf den gut zehn Quadratmetern auch noch Platz. Die große Pointilla in der Mitte hatte in diesem Jahr bereits das erste Mal die bunten Mehrbeeren dran.

Einpflanzen der Beerenobststräucher

Auch bei den exotischen Sorten reicht eine ganz normale Pflanzgrube, die gut doppelt so groß ist, wie der Wurzelballen der einzelnen Gehölze. Und die werden anschließend so eingesetzt, dass die Veredlungsstelle ungefähr fünf bis sieben Zentimeter oberhalb des Gartenbodens liegt. Als Füllmaterial wurde bei uns ein Gemisch aus Muttererde und abgelagertem Kompost verwendet. Die noch etwas zierlichen Stämmchen und Sträucher wurden zum Schutz gegen extreme Herbststürme an einem Bambusstab fixiert. Später wird ein stabilerer Holzpfahl dazukommen. Auf einen separaten Gießrand wurde jetzt zum Spätherbst verzichtet, denn der hat noch Zeit bis zum kommenden Frühjahr.

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