Düngung und Kompost

10 Gebote für perfekte Kompostierung

Der natürliche Kreislauf auf unseren Beeten schließt sich immer wieder mit dem Kompost – aus dem Garten und zugleich für den Garten. Als optimale Pflanzennahrung für die kommenden Jahre ist das braune Gold nicht zu schlagen. Für den Biogarten ist der unentbehrliche und wertvolle Rohstoff Kompost praktisch unverzichtbar und kann chemische Düngemittel weitestgehend überflüssig machen. Und das Gute daran ist, dass wir ihn ohne finanziellen Einsatz und hohen Arbeitsaufwand ganz einfach selbst herstellen können.

Kompost – der beste und wertvollste Dünger im Garten

Wie gut und reich an Nährstoffen unser künftiger Kompost letzten Endes sein wird, hängt von einigen wesentlichen Faktoren ab, wie der Zusammensetzung der verschiedenen Gartenabfälle, dem gesamten Verlauf der Verrottung und schließlich dem Zersetzungsgrad, wenn wir meinen, dass unser Kompost nun ausgereift wäre. Kompost versorgt unsere Pflanzen, wie auch die Millionen Organismen, die sich im Boden befinden mit sämtlichen Haupt- und Spurennährstoffen. Außerdem wird die Gartenerde durch den Humus aufgelockert, sie speichert Wasser und Nährstoffe anschließend wesentlich besser und gibt beides bei Bedarf an die Wurzeln der Pflanzen ab. Abgesehen von einigen Moorbeetgewächsen wie Kulturheidelbeeren und sogenannten „Hungerkünstlern“ unter den mediterranen Pflanzen und Küchenkräutern (Lavendel, Salbei usw.) ist selbst gemachter Kompost mit Abstand der beste Dünger. Aber von Nichts kommt auch auf dem Kompostplatz nichts, was so viel heißt, dass es bei der Kompostierung einige wichtige Regeln zu beachten gibt.

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Ein Platz für den Kompost muss her

1. Beim Standort sollte berücksichtigt werden, dass er sich an einer nur wenig einsehbaren Stelle im Garten befindet und im Halbschatten liegt. Bewährt haben sich als Sichtschutz für den Kompost schon etwas ältere Bäume und Sträucher, wie zum Beispiel Holunder- oder Haselnusshecken. Er muss leicht zugänglich sein, ohne dass sich in unmittelbarer Umgebung Stauwasser ansammeln kann und der Komposthaufen sollte auch während der regnerischen Herbstwochen oder im Winter trockenen Fußes erreichbar sein. Oft wird vergessen, dass für die neue Kompostmiete ausreichend Platz zur Verfügung stehen muss, da bekanntlich alle Jahre wieder ein komplettes Umschaufeln angesagt ist.

Kompostierung im Garten
Vier einzelne Metallgitterkomposter (je 80 mal 100 cm( an einem halbschattigen Standort. Als Untergrund wurde allerdings grober Kies gewählt. Das Gelände ist ziemlich abschüssig, sodass Nässe besser abgehalten wird als es bei Gartenerde der Fall ist.

2. Obwohl das Prinzip des Kompostierens bei allen im Handel und auch den selbst gebauten Behältern dafür immer das Gleiche ist, macht es Sinn, sich vorher genau über deren ideale Größe Gedanken zu machen. Berücksichtigt wird dabei sowohl das durchschnittliche Aufkommen an Garten- und Küchenabfällen aber auch der künftige Bedarf an selbst erzeugter Komposterde.

Kompost braucht zum Ausreifen Bodenkontakt

3. Um das Bodenleben und damit die Verrottung der Abfälle zu fördern, lockert man am besten die gesamte Grundfläche des neu zu errichtenden Komposthaufens auf ungefähr zehn Zentimeter Tiefe mit Spaten oder Grabegabel gründlich auf. Ganz unten könnt Ihr die erste Schicht mit groben Holzschnittabfällen auffüllen und den zu erwartenden Regenwürmern so gute Zutrittsmöglichkeiten schaffen.

4. Wenn erste Abfälle von Garten und Haushalt anfallen, also Rasenschnitt, Unkraut, Kohlblätter usw., schichtet man dieses Material zunächst vor dem Haufen auf, bis sich davon genügend angesammelt hat, um es anschließend gut vermischt direkt in den Komposter zu füllen.

5. Feuchtes Material wird dabei vorher gut miteinander vermengt. Grobe und holzige Teile kommen nach unten, die feinen, wasserreichen oder grünen Bestandteile lagern darüber. Wer Wert auf eine besonders schnelle Verrottung legt, zerkleinert langstielige Abfälle ungefähr auf Bleistiftlänge, wobei beim Befüllen des Komposthaufens beachtet werden sollte, dass grobes Material für gute Durchlüftung sorgt und der Grünabfall mit seinem Gehalt an Stickstoff zur ordentlichen Zersetzung der Abfälle beitragen.

6. Alle Kompostabfälle möglichst locker zu einem Haufen mit trapezförmigen Querschnitt aufschichten. Bei variabler Länge ist eine maximale Höhe von 150 Zentimeter anzustreben, um die Stabilität (bei Holzkonstruktionen des Komposters) nicht zu gefährden.

Kompost mehrerer Jahrgänge
Der hintere Behälter ist mit fast fertigem (zweijährigen) Kompost gefüllt. Die drei vorderen Abteile sind in diesem Jahr neu dazugekommen.

Der Weg zum schnellen Kompost geht so:

7. Zwischen den Schichten könnt Ihr alle zwei bis drei Wochen einige Schaufeln mit älterem, also reifem Kompost oder normaler Gartenerde einarbeiten. Auch Kompostzusätze, die im Gartenfachhandel erhältlich sind, tragen wirksam zur Beschleunigung der Kompostierung bei. Wer viel Holzschnitt, Laub und ähnliches, vorrangig trockenes Material kompostiert, kann etwas Algenkalk oder Hornmehl drunter mischen, was die Arbeit der Mikroorganismen spürbar intensiviert. Besonders im Sommer soll der Haufen mit einigen Kannen Gießwasser feucht, aber nicht zu nass gehalten werden (Vermeidung von Fäulnis und Gestank).

8. Euren aufgesetzten Kompost solltet Ihr mit Jutesäcken, unbedruckter Pappe oder Stoffresten aus Naturfaser abdecken. Er ist so am besten gegen durchdringende Nässe nach lang anhaltendem Regen geschützt, wie auch vor übermäßiger Austrocknung bei langen Trockenperioden während des Sommers sicher.

9. Die Rotte muss von Zeit zu Zeit immer mal wieder beobachtet, aufgelockert und gegebenenfalls gewässert werden. Wenn Euer Komposthaufen dann noch ab und an „dampft“, läuft alles bestens bei der Zersetzung. Sind vier bis sechs Monate vergangen, wird die Miete komplett umgeschippt, was wesentlich zur Durchlüftung des kompostierten Materials beiträgt. Bei Bedarf solltet Ihr es einige Monate später erneut tun.

Wie geht’s weiter mit dem fertigen Kompost?

10. Je nach Witterung, Rotteverlauf und Zustand des ursprünglichen Ausgangsmaterials benötigt Kompost bis zu seiner Reife zwischen ein und drei Jahre. Ein ziemlich sicheres Indiz für reifes Kompostgemisch ist die Feinkrümeligkeit des Materials und der charakteristische Geruch – ähnlich der Walderde. Wenn mit der Hand etwas tiefer in den Komposthaufen hineingegriffen wird, fühlt er sich feucht an und ähnelt von der Konsistenz einem ausgedrückten Schwamm. Vor der Verwendung muss er dennoch durch ein Gittersieb geworfen werden, wodurch die noch groben Teile zuverlässig herausgefiltert werden. Diese können gleich auf eine gerade neu aufgesetzte Miete zurückwandern und werden einige Jahre später ebenfalls vollständig zersetzt sein. Die beste Zeit, um Euren selbst hergestellten Kompost auf die Gartenbeete auszubringen, ist die erste Jahreshälfte, also praktisch zur Hauptwachstumszeit Eurer Pflanzen von Anfang März bis Mitte Juni.

 

Frische Komposterde
Nach drei Jahren Reife und gesiebt, sieht der neue Kompost so aus und ist (jetzt im trockenen Zustand) fein und krümelig.

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