Andenbeeren,  Beerenobst

Ich mag Andenbeeren als Gratiszugabe in Pflanzenpaketen

Die Aufnahme des oberen Beitragsfotos war am 24. Mai und dieses unscheinbare Findelkind ganz rechts – eine Andenbeere (Physalis peruviana) – war mir bis zu diesem Tag wirklich nur vom Namen her geläufig. Jedenfalls bestellt war sie nicht, lag aber, aus welchen Gründen auch immer, versteckt in meiner alljährlichen Tomatenpflanzenlieferung. Vermutlich hat ein besonders kundenfreundlicher Luberamitarbeiter beim Einpacken eine Schrecksekunde gehabt und das zarte Pflänzlein in meinen Karton fallen lassen. Na egal, auf der Rechnung stand die Andenbeere „Peters Beste“ jedenfalls nicht, töricht, wen ich das reklamiert hätte, also gleich rein in die Erde mit ihr, Platz war schließlich noch irgendwo zwischen den anderen Beerenobststräuchern.

Bildschöne Pflanzen mit exotisch schmeckenden Früchten

Näher angeschaut habe ich mir die Beschreibung der Pflanze ebenfalls nicht sofort, im Gegensatz zu den zahlreichen Schmetterlingen, Hummeln und Bienchen, die sich auf und um den Andenbeerenstrauch schon zwei, drei Wochen später offensichtlich wie zuhause fühlten. Die Wuchsgeschwindigkeit der ansonsten in Österreich beheimateten Sorte hat mich allerdings sehr beeindruckt.

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Es braucht schon etwas Optimismus um sich vorzustellen, dass aus diesem kleinen Pflänzlein mal ein imposanter, großer Strauch heranwachsen wird.

Trotz dieser enormen Hitze (die Andenbeere musste tagsüber Vollsonne aushalten) hat sie schon nach acht Wochen eine respektable Größe erreicht und sieht daher, was die Ernte im Oktober anbelangt, sehr verheißungsvoll aus. Aus meinen Berliner Zeiten habe ich allerdings noch eine ganz geringe und nebulöse Erinnerung, dass mir die Früchte anlässlich eines Abstechers zur „Grünen Woche“ vorzüglich geschmeckt hatten. Vermutlich habe ich diese Pflanzen bisher deshalb nicht sonderlich ernst genommen, da sie bedenklich toxisch sind und die essbaren Früchte der Physalis ziemlich versteckt liegen. Reif gegessen spürt man bei orangefarbenen Beeren durchaus einen angenehmen, wenn auch gewöhnungsbedürftigen Geschmack, der mit einer süßen Mixtur aus Stachelbeere, Ananas und Kiwi vergleichbar ist.

Nach neun Wochen hat sich bereits eine durch und durch kräftige Pflanze entwickelt, die während dieser Zeit einen unbändigen Durst hatte. Wenn man genau hinschaut, sind sogar schon die ersten Früchte erkennbar.

Die sehr vitaminreichen Kügelchen selbst sind auf den ersten Blick etwas versteckt am Strauch, da sie sich innerhalb einer vertrockneten Hülle befinden, die in lampionartiger Form rings um den Strauch herum verteilt sitzen.

Andenbeeren fehlt die Winterhärte

Leider haben Andenbeersträucher auch einen Nachteil. Sie sind zwar mehrjährig, aber überhaupt nicht winterhart. Zum Herbst hin müssen die ansonsten sehr dekorativen Stauden auf 40 cm heruntergeschnitten werden, um sie danach in ein geeignetes Winterquartier umzulagern. Von daher kann es günstig sein, die Andenbeeren von Anfang an in einem ausreichend großen Pflanzkübel zu kultivieren, der während der Ruhepause der Sträucher in einen hellen und kühlen Raum (10 bis 15 °C) transportiert wird. In der Hoffnung, dass es in diesem Jahr wieder einen milden Winter gibt, kommt meine Andenbeere jedenfalls Ende Oktober raus und wird zusammen mit einem Schutzvlies in den Schuppen umquartiert. Umgesetzt werden müsste der attraktiv aussehende Strauch in sattem Grün ohnehin, da er momentan ein wenig eng zu seinen Nachbarn steht.

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