Garten im Sommer,  Gärtnern nach Jahreszeiten

Ein kleiner Report aus dem Beerenobstgarten

Gut: Von gerade neu eingepflanzten Beerenobststräuchern gleich im ersten Jahr Rekordernten zu erwarten, wäre schon mehr als vermessen. Viel wichtiger ist im Prinzip, dass all die schönen neuen Pflanzen ordentlich anwachsen und kräftige Triebe bilden. Und schließlich war da ja im Juni auch noch dieses Wetter, das mit seinen grausamen Höchsttemperaturen nicht nur der Menschheit ein Höchstmaß an Durchhaltevermögen abverlangt hatte, sondern den Pflanzen ebenfalls mehr oder weniger heftig zusetzte. Üppige Kostproben von den Erdbeeren, Cassissima’s und Himbeeren (um nur einige Beerenobstsorten zu nennen) gab es dennoch, sodass die Neuanpflanzungen insgesamt doch sehr hoffnungsvoll stimmen. Begeistert war ich auf alle Fälle von den Schwarzen Johannisbeeren, die erst im Februar (ja, da gab es bereits eine schöne warme, schon fast frühlingshafte Woche) dieses Jahres eingepflanzt worden sind. Eigentlich hatte ich die Schwarzen noch in grauenhafter Kindheitserinnerung, aber diese Luberasorte ist eben völlig anders und schmeckt – fernab jeder Säuerlichkeit – einfach herrlich.

Saftigkeit und Aroma in einer Naschfrucht

Wobei ja schon der Name „Cassissima® Black Marble“ sehr vielversprechend klingt. Dazu gehört diese Sorte zu den Frühchen, die bereits Mitte Juni pflückreif sind und wundervoll große Beeren an den Zweigen tragen. Voll ausgereift sind sie nicht nur herrlich süß, sondern die Sträucher liefern auch noch die größten Früchte, die man hierzulande kennt. Alles in allem waren es im ersten Jahr wenigstens 150 Kügelchen, alle im schwärzesten Schwarz und mit erfreulich dünner und sehr knackiger Haut. Selbst vom Wachstum her hat dieser Beerenstrauch beachtliche Fortschritte gemacht, sicherlich auch deshalb, weil er fast den gesamten Tag über in der Vollsonne steht und auch etwas Wind abbekommt, der die nassen Blätter nach einem Dauerregen rasch wieder abtrocknet. Und trotz dieser barbarischen Hitze von knapp 35 °C hat sich kaum ein braunes Blatt am Strauch gebildet. Dennoch wird Black Marble vermutlich zum Herbst hin umgesetzt, denn die als Unterbepflanzung vorgesehenen Parfüm- und Walderdbeeren haben sich wachstumsmäßig ebenfalls gehörig gemausert, sodass der Platz in diesem Bett so langsam knapp wird.

Als kräftiger Strauch im 5-Liter-Topf zu Beginn des Jahres gekauft, hat diese Schwarze Johannisbeere die Sommerhitze ausgezeichnet weggesteckt und die Anzahl der ersten Früchte ist durchaus respektabel.

Im Garten gibt’s kein „Wünsch Dir was“!

Nicht annähernd so üppig wie bei der Cassissima sieht es beim Wein aus, der zwar vom Laub her ordentlich wächst, aber in diesem Jahr vermutlich wesentlich weniger Trauben liefert als bei der letzten Ernte. Außerdem ist er von seiner Vegetation her sehr spät dran, sodass die Weinlese – wenn überhaupt – vermutlich erst zum Oktober hin stattfinden wird. Wahrscheinlich war es nach dem 14-tägigen „Scheinfrühling“ zwischen März und Mitte April doch ein wenig zu kühl, aber ein Garten und noch mehr das Wetter sind bekanntlich unberechenbar.

Zeit wäre ja noch genug, um viele dichte Trauben zu bilden. Aber die Wetterkapriolen vom Frühjahr werden wohl dazu führen, dass die Erträge zum Herbst hin nur minimal ausfallen.

Vielleicht wäre es auch vorteilhafter für die Traubenbildung gewesen, wenn die Rebe im April nochmals einen beherzten Schnitt bekommen hätte, aber jetzt sind wohl für dieses Jahr alles Messen gelesen und ich muss mich mit dem etwas mickrigen Ertrag abfinden. Und immerhin gibt es versorgungstechnisch gesehen einen kleinen Trost, denn die Zwiebeln und auch die Buschbohnen gedeihen ausgezeichnet vor sich hin und alles Gute ist bekanntlich nie beisammen. Und außerdem ist der Beerenobstsommer ja noch lange nicht vorbei.

Bei den Grünen und Gelben Bohnen bin ich sehr hoffnungsvill, dass sich das beharrliche Gießen während der Hitzetage doch noch auszahlt. Das Saatgut stammt (erstmals) vom Pabst, das mich besonders von der Qualität gegenüber vergleichbaren Sorten durchaus beeindruckt hat.

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