Gesunde Ernährung

Hagebutten – fast überall kostenlos zu haben!

Auch hier bei mir, direkt vor der Haustür. Viele der ach so wertvollen Heilmittel, die uns diese bescheuerte Fernsehwerbung vor der 19.00 Uhr heute-Sendung immer wieder schmackhaft zu machen versucht, können wir damit sparen und das viele Geld, für dieses nutzlose Zeug ebenfalls. Wir müssten es unserem inneren „faulen“ Ich gegenüber lediglich zulassen, dass wir diese Früchte der Natur einfach mal zehn bis zwanzig Minuten lang in unsere Taschen füllen. Hierzulande am häufigsten hängen die Hagebutten an der Hundsrose (Rosa canina) rum, einer weitverbreiteten Heckenart. Solche Sträucher, oft als Grundstückseinfriedung genutzt, können schon mal drei bis vier Meter in den Himmel wachsen. Die Blütezeit – übrigens im todschicken Hellrosa – beginnt schon im Juni und so nach und nach entwickeln sich die großen und sehr fleischigen Früchte. Hagebutte als Name ist abgeleitet von „Hag“, was so viel wie Dornenstrauch oder Hecke heißt. Die Hundsrosen sind eine wichtige Art aus der Gattung der Naturhecken, da die dornigen und dicht wachsenden Zweige einen zuverlässigen Schutz und oft sogar einen Brutplatz für die Singvögel bieten. Darüber hinaus sind die fast unübersehbaren Früchte ein sehr wertvolles Winterfutter für die Vögel, also immer ein paar der roten Kullerchen hängenlassen.

Standort und Pflege für Hagebutten im Garten

Gartenboden: Die Wildrosen gehören zu den besonders anspruchslosen Gehölzen und sind unglaublich anpassungsfähig. Humoser Boden sollte es allerdings schon sein, wahlweise sandig oder lehmig.

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Pflege: Hundsrosen breiten sich über ihre eigenen Ausläufer aus und sind absolut pflegearm. Ist keine Ausbreitung nach den Seiten gewünscht, müssen die Ausläufer rechtzeitig entfernt werden. Alle paar Jahre sollten die Heckenpflanzen (nicht zu zaghaft) verschnitten werden. Durch diese Verjüngungskur treiben sie hinterher wieder schneller aus.

Ernte: Die reifen Hagebutten können von Ende September an geerntet werden, noch besser wäre allerdings, bis zu den ersten Frostnächten damit zu warten. Die Früchte sind dann wesentlich schmackhafter wie auch weicher und lassen sich sehr einfach – beispielsweise zu Hagebuttenmus – weiterverarbeiten.

Hagebutten meinen es gut mit unserer Gesundheit

In der Volksmedizin kennt man die Früchte bereits mehrere Jahrhunderte und setzt sie erfolgreich gegen Infektionskrankheiten, Rheuma, Gicht und Arthrose ein, aber sie wirken ebenso gut bei Erkältungen. Mit 400 mg bezogen auf 100 Gramm Frischware haben sie außerdem einen beachtlich hohen Gehalt an Vitamin C.

Hagebutten können zwar roh gegessen werden – nachdem die Kernchen entfernt wurden – aber meist werden sie zu Mus oder Marmelade verarbeitet.

Tee aus Hagebutten: Auf eine normale Tasse kommt ein Teelöffel der getrockneten Hagebuttenschalen, die mit 200 ml kochendem Wasser übergossen werden. Der fertige Tee schmeckt sehr fruchtig, aber auch ein wenig säuerlich. Wer es eine Nummer kräftiger mag, kocht den Tee noch mal kurz auf und seiht ihn zum Schluss ein zweites Mal ab.

Ein Wärmekissen mit Hagebutten: Die Wirkung eines Hagebuttenkernkissens ist ungefähr dieselbe, wie wir sie bei einem Kirschkernkissen schätzen. Nach dem Auflegen auf die schmerzenden Gelenke entwickelt sich eine sehr wohltuende und trockene Wärme, durch die Schmerzen schnell gelindert werden. Das Kissen muss einfach nur bei 150 °C im Backofen für zehn bis fünfzehn Minuten vorgewärmt werden, alternativ funktioniert das auch in der Mikrowelle, dann aber maximal eine Minute bei ca. 600 Watt. Für die Herstellung des Wärmekissens nimmt man entweder reinen Baumwoll- oder Leinenstoff mit den Maßen 25 mal 25 cm. Beim Zusammennähen wird eine zehn Zentimeter große Öffnung freigelassen, in die 500 Gramm saubere und getrocknete Hagebuttensamen hinein gefüllt werden. Am Ende muss die Kissenhülle mit einem Matratzenstich fest verschlossen werden.

Mus aus Hagebutten für’s Sonntagsfrühstück: Die Blütenansätze und Stiele müssen zunächst restlos von den Früchten entfernt werden. Nun wird ein Kilogramm der Hagebutten vollständig mit Wasser bedeckt in einem Kochtopf bei schwacher Hitze für ungefähr 20 bis 25 Minuten sanft gekocht. Die fertige Masse kann danach püriert und mithilfe eines nicht zu feinen Küchensiebs (oder der „Flotten Lotte“) passiert werden. Nach dem Entfernen der Kerne das so entstandene Mus noch einmal pürieren und durch ein etwas feineres Sieb drücken, wodurch dann schließlich auch noch die letzten Härchen entfernt werden.

Hagebuttensuppe kochen: Das Hagebuttenmus wird zusammen mit der Creme fraiche, Brühe und Zucker in einen Kochtopf gegeben und unter ständigem Rühren kurz aufkochen gelassen. Das Süppchen am besten heiß servieren. Die Zutaten (für vier Personen) im Einzelnen:

  • 400 Gramm Hagebuttenmus
  • 1 Becher Creme fraiche
  • 250 ml Hühner- oder Gemüsebrühe
  • 50 Gramm Zucker

Hagebuttenmarmelade kochen: Hagebutten werden hierfür zusammen mit Zitronen- oder Apfelsaft unter ständigem Rühren zum Kochen gebracht. Mithilfe eines Siebs wird das entstandene Hagebuttenmus passiert. Damit ungefähr ein Kilogramm Marmelade zusammenkommt, kann jetzt noch ein Schuss Apfelsaft dazugegeben werden. Die gesamte Mixtur wird jetzt gemeinsam mit 500 Gramm Gelierzucker 2:1 nochmals aufgekocht und heiß in Schraubdeckelgläser abgefüllt. Die Zutaten (für vier Personen) im Einzelnen:

  • 1 kg reife Hagebutten
  • ein halber Liter Apfelsaft
  • Saft von einer Zitrone
  • 500 Gramm Gelierzucker 2:1

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