Beerenobst,  Heidelbeeren

Ein neues Moorbeet für Heidelbeeren

Heidelbeeren anzubauen macht zum Beginn durchaus viel Arbeit. Nicht so sehr bei der Pflege der Sträucher, sondern was die Vorbereitung des Bodens für die Kultivierung der Pflanzen anbelangt. Mit normaler Gartenerde wird der Anbau schwer oder gar nicht gelingen, da Heidelbeerpflanzen auf sauer stehen und daher in Moorbeeterde eingesetzt werden müssen. Bei den vier geplanten Pflanzen, die zusammenhängend stehen sollten, bin ich dann von den Maßen her betrachtet auch ziemlich großzügig an die Arbeit herangegangen. Heidelbeeren im Moorbeet wachsen schnell in Höhe und Breite und ich will nicht unbedingt in zwei oder drei Jahren alle Sträucher schon wieder umsetzen. Außerdem sollte der Garten ohnehin völlig umgestaltet werden und gegenwärtig war eigentlich noch viel Platz.

Wie geht man vor beim Moorbeetbau?

Der Standort kann von der Sonne beginnend ab Frühmorgens bis ungefähr 16.00 Uhr gut erreicht werden, luftig ist er auch, sodass die Heidelbeersträucher nach einem Regen schnell vom Wind abgetrocknet werden können. Die Bodenqualität spielt überhaupt keine Rolle, da die Erde komplett ausgetauscht wird. Also ging es zunächst ans Graben: 80 cm tief bei einer Größe von 250 mal 100 cm. Eine Riesenplackerei, weil damals offensichtlich so gebaut wurde, dass der angefallene Schutt und Müll beim Eigenheimbau gleich auf dem Grundstück versenkt worden ist.

Das war schon mal eine echte Herausforderung, bis auf knapp einen Meter ins Erdreich vorzudringen, in dem vor Jahrzehnten nicht nur Lehm, sondern sogar Teer im Boden „entsorgt“ worden ist.

Aber da das Wetter im letzten Februar schon beinahe frühlingshaft war, ging ich da ziemlich lustvoll zu Werke. Am nächsten Tag war es schon geschafft, allerdings hatte ich mich beim Kauf der Moorbeeterde ein wenig verschätzt und angenommen, dass 15 Säcke reichen würden. Taten Sie aber nicht und daher mussten noch fünf Tüten nachbestellt werden.

Nach den ersten paar Kannen Wasser senkt sich dann die Moorbeeterde nochmals sichtbar ab und muss nachgefüllt werden.

Das waren dann insgesamt 800 Liter zum Gesamtpreis von ungefähr 150,00 Euro. Der Boden und die Seiten der Grube wurden innen mit Teichfolie ausgekleidet, damit die Moorbeeterde nicht so schnell ausgeschwemmt wird. Die untere Schicht hat Löcher, so kann überschüssiges Regenwasser im tieferliegenden Erdreich versickern. Zwei Säcke habe ich dann nochmals nachgekauft, da die Erde bei Niederschlägen oder beim Gießen sicherlich noch etwas nachsackt. Am Schluss gab es noch die Einfassung mit einfachen Mauersteinen.

Drei Monate später haben sich die Heidelbeersträucher schon prächtig entwickelt, was dann auch in einigen Wochen nach einer guten ersten Ernte aussieht.

Wie ging es weiter mit den Heidelbeeren im Moorbeet?

Nach acht Wochen haben die Heidelbeeren im Moorbeet einen beachtlichen Wachstumsschub gemacht, blühten zwischenzeitlich wunderschön und entwickelten erstaunlich viele Fruchtansätze. Damit lässt sich jetzt schon sagen, dass sich die Arbeit gelohnt hat und die Moorbeeterde eine sinnvolle Investition war. Ganz genau wird man es allerdings wohl erst bei der Ernte wissen. Auf alle Fälle ist bei der Kultivierung von Heidelbeeren im Moorbeet ständiges Gießen angesagt, wenigstens alle drei Tage. Unkraut hat sich während der fast acht Wochen dagegen überhaupt nicht gebildet. Scheinbar ist der Boden dafür doch ein wenig zu sauer, sodass die restlichen Wochen bis zur Reife offensichtlich ziemlich pflegeleicht werden.

Welche Moorbeeterde wurde verwendet?

Ich habe mich für die versandkostenfreie KUDRAS Rhododendron-Moorbeeterde aus dem HaGaFe-Shop entschieden, die der gleiche Händler bei eBay sogar noch einen Tick günstiger anbietet. Es handelt sich um ein gebrauchsfertiges Gemisch auf der Basis von Torf (Mischung aus schwach bis mäßig zersetztem Hochmoortorf (H2-H5) und mäßig bis stark zersetztem Hochmoortorf (H4-H8) unter Zugabe von Kalk und NPK-Düngern).

 

Der pH-Wert dieser Moorbeeterde liegt bei 4,7 und der Salzgehalt beträgt 1,2 Gramm/l. Sonstige enthaltenen löslichen Nährstoffe:

 

– Stickstoff (N) 240 mg/l
– Phosphat (P2O5) 140 mg/l
– Kalium (K2O) 260 mg/l
– Magnesium (Mg 45 mg/l

Je nach Region, Niederschlagsmengen und einigen anderen Faktoren, wird es nicht ausbleiben, den pH-Wert im Moorbeet, wie auch überhaupt im gesamten Gartenboden wenigstens jedes zweite Jahr zu kontrollieren und gegebenenfalls nachzujustieren.

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